Bevor die Blutkonserven zur Neige gehen – Innovationen aus Kyoto

Im Jahr 2012 hat der japanische Stammzellenforscher Shinya Yamanaka den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Entwicklung von iPS-Zellen (induced pluripotent stem cells) erhalten. Das sind Zellen, die in der Lage sein sollen, sich wie eine natürliche Stammzelle in jede beliebige Körperzelle weiterzuentwickeln. Und da im Gegensatz zur Verwendung embryonaler Stammzellen in Forschung und Entwicklung keine ethischen Fragen aufkommen, sind iPS-Zellen äußerst vielversprechend für die Zukunft von Medizin, Biologie und Pharmazie.

Nun hat ein medizinisches Start-up aus Kyoto, Megakaryon Corp., um Genjiro Miwa bekannt gegeben, weltweit die erste Methode zur Massenproduktion von Blutplättchen aus iPS-Zellen gefunden zu haben. Gewöhnlich werden Blutplättchen aus gespendetem Blut anderer Menschen gewonnen und beispielsweise verwendet, um Blutungen nach Unfällen oder bei Operationen zu stillen. Gerade in Japan, wo aufgrund der sinkenden Bevölkerungszahl mit gleichzeitig hohem Altenanteil und geringer Geburtenrate ein weiterer Rückgang an Blutspenden abzusehen ist, setzt man auf die aus iPS-Zellen hergestellten Blutplättchen als Alternative. Außerdem sind aus Blutspenden gewonnene Derivate nur etwa vier Tage haltbar, wohingegen das von den Wissenschaftlern geschaffene Produkt bis zu zwei Wochen verwendet werden kann.

Megakaryon hofft, bis 2020 die Erlaubnis zum Vertrieb des Produkts in Japan und den USA zu erhalten und schließlich auch weltweit agieren zu können. Klinische Versuchsreihen sind für nächstes Jahr geplant. 

 

Quellen:

World’s first method for mass-producing platelets from iPS cells unveiled by Kyoto startup

http://www3.nhk.or.jp/news/html/20170807/k10011092061000.html?utm_int=nsearch_contents_search-items_001

 

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